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Veröffentlicht am 23 Jul, 2026
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Welche Mirka Politur wird wann verwendet? Der Polarshine-Guide für die richtige Wahl
Dreizehn Polituren in einem Sortiment – und alle heißen Polarshine. Wer zum ersten Mal vor dem Mirka-Regal steht, fragt sich zu Recht: Brauche ich die 45, die 12 oder doch die 3? Die gute Nachricht: Hinter den Zahlen steckt ein klares System. Wer es einmal verstanden hat, wählt die richtige Politur in Sekunden – und spart sich unnötige Arbeitsschritte, Hologramme und Frust.
In diesem Guide erklären wir das Prinzip hinter der Polarshine-Reihe, zeigen in einer Übersichtstabelle, welche Politur wofür gedacht ist, und gehen die häufigsten Praxissituationen durch – vom verwitterten Gelcoat bis zum Hologramm auf schwarzem Lack.
Das Prinzip: Die Zahl verrät die "Schleifkraft"
Die Polarshine-Polituren von Mirka sind nach ihrer "Schleifkraft", dem sogenannten Cut, gestaffelt. Als Faustregel gilt: Je höher die Zahl, desto gröber und aggressiver ist die Politur. Eine Polarshine 45 trägt spürbar Material ab und beseitigt tiefe Defekte, während eine Polarshine 3 hauchfein am letzten Schliff des Glanzbildes arbeitet.
Daraus ergibt sich die wichtigste Auswahlregel überhaupt: Die Politur muss zur letzten Schleifkörnung passen. Wer mit P600 geschliffen hat, braucht eine deutlich gröbere Politur als jemand, der mit P2500 gefinisht hat.
Wählt man die Politur zu fein, poliert man sehr lange, ohne die Schleifriefen vollständig zu entfernen. Wählt man sie zu grob, können neue Defekte entstehen, die anschließend wieder herausgearbeitet werden müssen.
Zwei Eigenschaften teilen sich alle Polarshine-Polituren: Sie sind silikonfrei – besonders wichtig für Arbeiten im Lackierumfeld – und als aufeinander abgestimmtes System konzipiert, das mit Mirka Polariermaschinen (wie z.B. dem Mirka Polaros) und Polierpads zusammenspielt.
Alle Mirka Polarshine-Polituren im Überblick
| Politur | Schleifkraft | Wann verwenden? |
|---|---|---|
| Polarshine 45 | Sehr grob | Kratzer ab P600, starke Oxidation sowie harte Oberflächen und Beschichtungen, ideal für Gelcoat |
| Polarshine 35 | Grob | Besonders harte Oberflächen und schnelle Polierverfahren, beispielsweise Industrie- und Marine-Anwendungen |
| Polarshine 25 | Mittelgrob | Grobe Schleifriefen ab P1000 und feiner |
| Polarshine 20 | Mittelgrob | Kratzerentfernung auf frischen und weichen Lacken |
| Polarshine 15 | Mittel | Mittelgrobe Schleifriefen ab P1200 und feiner |
| Polarshine 12 | Mittel | Kratzer ab P2000 und feiner, geeignet für One-Step- und Spot-Repair-Arbeiten |
| Polarshine 12 Black | Mittel | Für dunkle Gelcoats, Hochglanzlacke und Carbon-Oberflächen |
| Polarshine 10 | Universalpolitur | Schleifriefen von P1500 bis P2500, der Allrounder im Sortiment |
| Polarshine 8 | Fein | Erzeugt durch sehr feine Schleifkörner einen besonders hohen Glanzgrad |
| Polarshine 5 | Fein | Entfernt Politurkringel und frischt matte Flächen auf |
| Polarshine 3 | Sehr fein | Hologrammentfernung, Lackaufbereitung und Versiegelung polierter Flächen |
| Polarshine E3 | Spezialpolitur | Kratzer auf Fensterglas und gehärtetem Glas |
| Liquid Nano Wax | Schutz | Flüssigwachs zur schnellen Versiegelung nach dem Polieren, Auftrag per Mikrofasertuch |
Die Tabelle beantwortet die Frage nach dem „Was“. Spannender ist in der Praxis jedoch das „Wann“. Deshalb gehen wir im nächsten Schritt die typischen Anwendungsfälle durch.
Welche Mirka Politur für welche Situation?
Situation 1: Stark verwitterte oder tief verkratzte Oberflächen
Der klassische Fall aus dem Marine-Bereich: ein ausgeblichener, kreidiger Gelcoat oder eine Oberfläche, die nach dem Schleifen mit P600 wieder auf Hochglanz gebracht werden soll.
Hier ist die Polarshine 45 das Mittel der Wahl. Sie beseitigt Kratzer ab P600 und starke Oxidation dauerhaft und ist speziell für harte Beschichtungen ausgelegt. Bei weißen und hellen Gelcoats reicht sie häufig sogar als einstufige Lösung aus.
Bei dunklen Farbtönen empfiehlt sich eine zweite Stufe mit der Polarshine 10, um verbleibende Swirls und Polierspuren zu beseitigen.
Für besonders harte Oberflächen wie Verbundwerkstoffe sowie für schnelle Polierprozesse in Industrie und Werft kann alternativ die Polarshine 35 verwendet werden.
Situation 2: Schleifriefen nach dem Finish-Schliff entfernen
Das ist der Alltag in der Lackaufbereitung und im Reparaturlack: Nach dem Zwischenschliff sollen die entstandenen Schleifriefen wieder vollständig verschwinden.
Hier zahlt sich die Systematik der Polarshine-Reihe aus, denn die Zuordnung folgt direkt der Körnung des letzten Schliffs:
- Nach einem Schliff mit P1000: Polarshine 25
- Nach einem Schliff mit P1200: Polarshine 15
- Nach einem Schliff mit P2000 oder feiner: Polarshine 12
Wer sich nicht auf eine einzelne Anwendung festlegen möchte, arbeitet mit der Polarshine 10. Sie deckt den Bereich von P1500 bis P2500 ab und ist damit die Universalpolitur für viele typische Anwendungen – beispielsweise nach einem Finish-Schliff mit Microstar P1500 oder Abralon K3000.
Unsere Empfehlung für Einsteiger: Wenn nur eine einzige Politur ins Regal soll, ist die Polarshine 10 die vielseitigste Wahl.
Ein Sonderfall sind frisch lackierte, noch weiche Lacke. Dafür ist die Polarshine 20 formuliert, die auf empfindlichen Oberflächen besonders kontrolliert arbeitet.
Situation 3: Spot-Repair und Staubeinschlüsse
Ein Staubkorn im frischen Klarlack wird zunächst punktuell mit P2000 oder feiner ausgeschliffen. Für die anschließende Politur ist die Polarshine 12 vorgesehen.
Sie ist als schnelle One-Step-Lösung für kleinflächige Reparaturen beliebt: ausschleifen, polieren, fertig.
Bei dunklen Hochglanzlacken, dunklen Gelcoats und Carbon-Oberflächen lohnt sich der Griff zur Polarshine 12 Black. Sie ist speziell auf dunkle Oberflächen abgestimmt und sorgt dort für ein besonders tiefes Glanzbild.
Situation 4: Der letzte Feinschliff – Glanz, Swirls und Hologramme
Nach der Cut-Stufe entscheidet sich, ob das Ergebnis nur gut oder wirklich makellos wird.
- Polarshine 8: Sorgt mit besonders feinen Schleifkörnern für einen hohen Glanzgrad.
- Polarshine 5: Entfernt feine Politurkringel und eignet sich zum Auffrischen matter Stellen.
- Polarshine 3: Entfernt Hologramme und sorgt besonders auf dunklen Lacken für ein gleichmäßiges Finish.
Den dauerhaften Schutz übernimmt anschließend das Liquid Nano Wax. Es wird einfach mit einem Mikrofasertuch aufgetragen und konserviert das Polierergebnis.
Sonderfall Glas: Polarshine E3
Kratzer und Schlieren auf Glas sind ein eigenes Thema. Normale Lackpolituren zeigen hier häufig nicht die gewünschte Wirkung.
Die Polarshine E3 Glaspolitur wurde gezielt für Glasoberflächen entwickelt und eignet sich sowohl für Standard-Fensterglas als auch für gehärtetes Glas.
Typische Anwendungsbereiche sind:
- Wischerkratzer auf Windschutzscheiben
- Blinde Stellen an Duschkabinen
- Kratzer und Schlieren auf Vitrinen
- Aufbereitung anderer glatter Glasflächen
Drei bewährte Prozessketten aus der Praxis
Autolack zweistufig aufbereiten
- Polarshine 10 mit einem Lammfellpad oder harten Schaumpad zum Entfernen von Schleifriefen und leichten Defekten verwenden.
- Anschließend Polarshine 5 oder Polarshine 3 mit einem weichen Pad für ein hologrammfreies Finish einsetzen.
- Die Oberfläche abschließend mit Liquid Nano Wax schützen.
Weißes Gelcoat am Boot auffrischen
- Je nach Zustand die Oberfläche bis P600 oder P1000 schleifen.
- Danach mit Polarshine 45 polieren.
- Bei hellen Gelcoats reicht diese Stufe häufig bereits aus.
- Bei dunklen Rümpfen Polarshine 10 als zweite Polierstufe verwenden.
Staubeinschluss im Neulack entfernen
- Den Staubeinschluss punktuell mit P1500 bis P2000 ausschleifen.
- Die Schleifstelle mit Polarshine 12 als One-Step-Politur bearbeiten.
- Auf dunklen Lacken bei Bedarf mit Polarshine 3 nacharbeiten.
Das Drumherum entscheidet mit: Pads und Poliermaschinen
Die beste Politur nützt wenig, wenn sie mit dem falschen Polierpad verarbeitet wird.
- Lammfellpads: Hoher Abtrag für grobe Cut-Stufen und deutliche Defekte.
- Harte Schaumpads: Kontrollierter Abtrag für grobe und mittlere Polituren.
- Weiche Schaumpads: Für Finish-Polituren, hohen Glanz und die Entfernung von Hologrammen.
Für jede Polierstufe sollte ein eigenes, sauberes Pad verwendet werden. Grobe Politurreste in einem Finish-Pad können neue Kratzer verursachen und die gesamte Feinarbeit wieder zunichtemachen.
Maschinenseitig spielt das Polarshine-System seine Stärken mit den Mirka Poliermaschinen aus – vom kompakten Exzenterpolierer für die schonende Flächenarbeit bis zum Rotationspolierer für hohen Abtrag.
Die vier häufigsten Fehler bei der Politurwahl
1. Zu grob einsteigen
Wer aus Ungeduld direkt zur Polarshine 45 greift, trägt möglicherweise unnötig viel Material ab und muss anschließend zusätzliche Stufen nacharbeiten.
Besser ist es, an einer unauffälligen Stelle mit einer feineren Politur zu beginnen und nur bei Bedarf auf eine gröbere Variante zu wechseln.
2. Polierstufen überspringen
Von einer groben Cut-Politur direkt zum Wachs zu wechseln, führt häufig dazu, dass Swirls und Hologramme sichtbar im Lack zurückbleiben.
Nach einer groben Polierstufe sollte daher mindestens eine Finish-Stufe mit Polarshine 5 oder Polarshine 3 eingeplant werden.
3. Polierpads nicht wechseln
Jede Politurstufe braucht ihr eigenes Pad. Andernfalls werden grobe Schleifkörper aus der Cut-Stufe in die Finish-Stufe verschleppt.
4. Die Fläche nicht ausreichend reinigen
Schleifstaub zwischen Schliff und Politur wirkt wie zusätzliches Schleifkorn und kann neue Kratzer erzeugen. Die Fläche sollte daher vor jedem Politurwechsel gründlich gereinigt werden.
Häufige Fragen zu Mirka Polarshine
Welche Polarshine ist die richtige für Einsteiger?
Die Polarshine 10. Sie deckt als Universalpolitur einen besonders großen Anwendungsbereich ab und eignet sich für Schleifriefen von etwa P1500 bis P2500. Ergänzt um die Polarshine 5 für das Finish ist man für viele typische Polierarbeiten gut gerüstet.
Welche Mirka Politur hilft gegen Hologramme?
Die Polarshine 3 ist für die Entfernung von Hologrammen und die abschließende Lackaufbereitung vorgesehen. Besonders auf dunklen Hochglanzflächen ist sie ein wichtiger letzter Arbeitsschritt.
Sind die Polarshine-Polituren silikonfrei?
Ja, die Polituren der Polarshine-Reihe sind silikonfrei und können daher auch im professionellen Lackierumfeld eingesetzt werden.
Muss ich die Oberfläche nach dem Polieren versiegeln?
Eine Versiegelung ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert. Das Liquid Nano Wax schützt die frisch polierte Oberfläche und trägt dazu bei, den Glanz länger zu erhalten.
Fazit: Erst die Körnung, dann die Politur
Die Frage „Welche Mirka Politur wird wann verwendet?“ beantwortet sich fast von selbst, wenn man rückwärts denkt: Was war der letzte Schleifschritt, wie hart ist die Oberfläche und wie makellos muss das Finish werden?
Die Polarshine-Zahl liefert anschließend die Orientierung – von der groben Polarshine 45 für verwittertes Gelcoat bis zur feinen Polarshine 3 gegen Hologramme.
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